Gesicht zeigen- Dialog der Kulturen

"Mit Eigeninitiative und Kreativität zum Wiedereinstieg in das Berufsleben"

 

Das Kulturprojekt der WALI im Sommer 2001

Im Rahmen ihres Leitbildes "Kultur und Soziales gemeinsam präsentieren" startete die Wetzlarer Arbeitsloseninitiative e.V. (WALI) am 1. August 2001 ein neues Projekt für Betroffene aus dem Arbeitsamtsbezirk Wetzlar. Inhaltlich bringen sich die Wetzlarer in die Debatte um die sogenannte "Leitkultur" ebenso ein, wie in die bundesweiten Aktionen gegen Ausländerfeindlichkeit und rechte Gewalt, wie zum Beispiel die Kampagne "Gesicht zeigen". In zwei Zukunftswerkstätten der WALI im Mai und Juni wurde herausgearbeitet, dass Kultur von der Vielfalt lebt und kultureller Austausch als Bereicherung und nicht als Gefahr zu sehen ist.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beriefen sich dabei nicht zuletzt auch auf das WALI-Goethe-Projekt und die Aktionen um das Großbild gegen Fremdenfeindlichkeit und rechte Gewalt aus den letzten Jahren. Die Schirmherrschaft über das Projekt übernahm die heimische Bundestagsabgeordnete, Frau Erika Lotz. Wie in bisherigen Projekten der WALI wurden wieder verschiedene Arbeitsgruppen und Aktionen angeboten, in die sich Erwerbslose, aber auch andere Interessierte einbringen konnten. Über den gesamten Zeitraum fand ein Kursangebot mit dem Schwerpunkt Bildhauerei / Holzschnitte unter Leitung des Wetzlarer Künstlers Peter Atzbach (u.a. in Kooperation mit dem katholischen Bildungswerk Wetzlar) statt. In Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Erich Schaffner wurden in einer offenen Arbeitsgruppe Texte zum Thema Kultur ausgesucht und zusammengestellt sowie eigene Texte erarbeitet. An einem Aktionstag wurde ein offener integrativer Workshop "Leinwand-Gespräche - Dialog der Kulturen" angeboten, angeleitet von Martina Bodenmüller, Diplom-Pädagogin und Kunsttherapeutin aus Gießen.

Ein weiteres Projektangebot war die Erstellung, Pflege und Präsentation der Internetseite, die über die WALI und das laufende Projekt informiert. Darüber hinaus konnten sich Erwerbslose bei den vielfältigen administrativen, organisatorischen und handwerklichen Arbeiten, die bei der Umsetzung von Projekten und Präsentation anfielen, einsetzen, ihre Kompetenzen einbringen und Neues dazulernen. Die Ergebnisse des Projektes wurden vorgestellt auf einer Präsentationsveranstaltung am 9. November 2001.

Das bis zum Oktober 2001 andauernde Angebot war Teil eines bundesweiten Projektes mit der Themenstellung "Mit Eigeninitiative und Kreativität zum Wiedereinstieg in das Berufsleben". Das Projekt wurde in Kooperation mit der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen in Bielefeld und mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung von einer Projektgruppe der WALI durchgeführt und von Martina Bodenmüller und Peter Diegel-Kaufmann angeleitet und fachlich begleitet. Parallel fand in der gleichen Zeit ein zweites Modellprojekt in Gera in Thüringen statt. Bei allen Angeboten gab es ein Austausch mit den Gruppen in Thüringen, wo ähnliche Veranstaltungen angeboten wurden. Die Erfahrungen beider Modellprojekte werden zusammen mit Ergebnissen früherer Projekte (unter anderem auch aus der WALI) in einen Leitfaden für die Umsetzung von Kulturarbeit einfließen, der bundesweit Arbeitslosengruppen und -initiativen zur Verfügung gestellt wird. Bei der Erstellung des Leitfadens hat die Wetzlarer Werbeagentur Grips-Design im Rahmen einer Sponsoring-Vereinbarung ihre Unterstützung und Mitarbeit zugesagt.

Was hat das Projekt den Erwerbslosen gebracht?

In aller Kürze: Durch Teilnahme am Projekt und die damit verbundene Möglichkeit, Kompetenzen zu erweitern und Kontakte zu knüpfen, konnten acht Teilnehmer/innen den Weg auf den Arbeitsmarkt finden und ihre Erwerbslosigkeit beenden. Weitere vier TeilnehmerInnen wurden in Fortbildungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen vermittelt. Andere konnten über die Beratungsangebote aktuelle dringende Probleme klären.