"Die Bestimmung des Menschen ist Tätigkeit" Das Goethe - Projekt der WALI im Jahr 1999

Im Jahre 1999 feierte Wetzlar den 250. Geburtstag Goethes. In der Goethe-Stadt fanden über 70 Veranstaltungen aus diesem Anlass statt. Die WALI trug mit verschiedenen Projekten und Veranstaltungen hierzu eine Sichtweise des "Goethe von unten bei". So wurde eine Goethe-Ausstellung realisiert und zusammen mit einem literarischen Programm und weiteren Angeboten im Lottehof präsentiert, ein Bauwagen zum Goethe-Café umgebaut und vor dem Herkules-Center plaziert, T-Shirts und andere Werbeträger in einer Siebdruckwerkstatt mit Goethe-Logos bedruckt u.v.m.

Für Erwerbslose eine gute Möglichkeit, ihre Talente einzubringen und Kontakte zu sponsernden und kooperierenden Firmen und damit berufliche Perspektiven zu knüpfen.
 Als Motto hatten wir uns ein Zitat aus Goethes Lehrjahren ausgesucht: "Die Bestimmung des Menschen ist Tätigkeit". Hier war die Verbindung zu unserer Arbeit zu sehen, von hier aus entwickelten wir den eigenen Ansatz, nämlich den "Goethe von unten" zu suchen weiter.
Wir können hier nicht das ganze Projekt beschreiben. Deshalb an dieser Stelle nur ein paar Schlaglichter:
 

►Gemeinsam mit einem Schauspieler entwickelten wir ein eigenes Programm aus Originaltexten Goethes.

►Wir erstellten eine Ausstellung mit ca. 100 eigenen Exponaten.

►Erwerbslose Schreiner/innen bauten in Kooperation mit einer Mädchengruppe (berufl. Orientierungsmaßnahme) einen    alten Bauwagen zu einem Goethe-Café um.

►Wir präsentierten Goethe im Original im Rahmen einer Aktion "Wetzlar auf den Leib geschrieben". Dabei wurdenTransparente mit Goethe-Zitaten in der Stadt aufgehängt. Ein Zitat davon: "Die Bestimmung des Menschen ist Tätigkeit".

►Wir präsentierten die verschiedenen Ergebnisse im Wetzlarer Lottehof und später in einem großen Einkaufszentrum (Herkules Center Wetzlar) vor tausenden von Besucher/innen.

►Insgesamt beteiligten sich 60 Erwerbslose an diesem Projekt und wir fanden die Unterstützung von 24 Sponsoren.
Nach Abschluß des Goethe-Sommers präsentierten wir unsere Ausstellung außerdem in Frankfurt im DGB Haus und auf Einladung der Präsidentin gemeinsam mit der ALI Thüringen im Erfurter Landtag.

Fazit:
Dieses Goethe-Projekt stellte für 60 Erwerbslose einen sinnvollen Weg in der Arbeitslosigkeit dar. Für 30 von ihnen war es gleichzeitig ein Weg aus der Arbeitslosigkeit.
Weitere Informationen (z.B. das nebenstehende Programmheft, Referate, Presseartikel etc.) bitte direkt bei uns anfordern.
Ausblick nach dem Goethe-Projekt

Ein Jubiläum und die Zukunft
 
Wir können nicht verhehlen, dass uns die wirtschaftliche Situation Angst macht. Wir können auch nicht verhehlen, dass für uns vom biotechnischen Zeitalter, das sich am Horizont ankündigt, eine Bedrohung ausgeht. Aber wir haben mit Goethe einen Weg gefunden, wie wir damit umgehen werden . Andere Wege werden sich öffnen. Wir werden versuchen, das Jahr 2000 dazu zu nutzen. Zukunftsfragen werden für uns die zentrale Rolle spielen.
Zukunftsfragen der Region, möglicherweise über Wetzlar hinaus. Und wir werden dabei  versuchen, den kulturellen Aspekt nicht aus den Augen zu verlieren. Goethes 250. Geburtstag ist für uns kein einmaliges Ergebnis, sondern er wird Bestandteil unserer Überlegungen bleiben. Ein größeres Kompliment können wir dem Dichter nicht machen.

Und umzuschaffen das Geschaffene.
Damit sich´s nicht zum Starre waffne,
Wirkt ewiges, lebendiges Tun.
Und was nicht war, nun will es werden,
Zu reinen Sonnen, farbigen Erden,
In keinem Falle darf es ruhig sein.
Es soll sich regen, schaffend handeln,
Erst sich gestalten, dann verwandeln;
Nur scheinbar steht´s Momente still.
Das Ewige rege sich fort in allen:
Denn alles muß in Nichts zerfallen,
wenn es im Sein beharren will.
(J.W. Goethe)