Fäägmeel – Konzert

1998 veranstaltete die Gruppe „Fäägmeel“ ein Benefiz-Konzert zugunsten der WALI. Das überregional bekannte Dreigespann des Dialektgesangs brachte das Wetzlarer Rosengärtchen mit ca. 1000 Besuchern zum Beben.

„Du seist off de Earwed immer pünktlich un fleißich un deest gern mieh Luh hu vo deim Chef, zwansig Johr hoffste, und irgendwann hearschte, deaß die ganz Firma Pleite eas.“

Nur in einem Lied sprechen „Fäägmeel“ das Thema Arbeitslosigkeit indirekt an. Und das gerade in der Nummer „Sei die Weck weg?“, die eher lustig-locker daherkommt. Siegward Roth, Berthold Schäfer und Walter Krombach sind halt keine Protestsänger im klassischen Sinne, erst recht keine nostalgischen Mundart-Poeten mit übertriebenem Hang zur „guten alten Zeit“.
Man höre und staune: Das derzeit wohl beste Dreigespann des Dialektgesangs in Mittelhessen entstand gewissermaßen aus der Instrumentalgruppe , die einst den Erdaer Männerchor bei seiner Platte für „Brot für die Welt“ begleitete. Heute redet Siegward aus „Sormes“ (Hohensolms) aus dem eigenen inneren, wenn er neue Ungereimtheiten im „meddelhessische Mann“ entdeckt, klampft sich Berthold Schäfer aus „Doalle“ (Dorlar) das Musiker-Herz aus dem Leib, wenn er „Knittelfiz“ spielt, und Walter Krombach aus „Krodfich“ (Krofdorf) ist nicht nur der Mann für Musikalische Nachhilfe („Des erren zerwanst...“), sondern auch der Barde für Brachial-Balladen („Schluß-Aus“). Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Früher sangen sie zu alten irischen Melodien Gebrauchsanweisungen zu überkommenem landwirtschaftlichem Nutzgerät („Rure-Roiwe-Roppmaschin“) und entdeckten den wahrhaften Charme der Provinz („Wu die Äcker braat sei...“), danach drangen sie tiefer vor in das, was diese Region ausmacht: Liebe, Leid, Land  und Leute – schlichtweg das, was das Leben hier ausmacht.

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