Besuch aus Thüringen

Anläßlich des 20-jährigen Bestehens der WALI, Arbeitsloseninitiative im Lahn-Dill-Kreis, das im Jahre 2009 mit vielen Feierlichkeiten begangen wird, trafen sich in Wetzlar Vertreter der Arbeitsloseninitiative Gießen, der TALISA (Thüringer Arbeitsloseninitiative Soziale Arbeit e.V.) und der WALI.

Neben dem offiziellen Programm (u.a. dem Besuch einer Veranstaltung zum Thema Rente in Herborn, zu der Pfarrer Peter Janowski geladen hatte) und einem Rückblick auf 18 Jahre Zusammenarbeit der Initiativen aus Ost und West, standen aktuelle Anforderungen in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik im Vordergrund der Gespräche.

Die drei Initiativen blicken zurück auf die intensive Zusammenarbeit und erinnerten sich, so Peter Diegel-Kaufmann (WALI), an das gemeinsame Motto des Goetheprojektes 1999, welches unter dem zeitlosen Titel stand: „Die Bestimmung des Menschen ist Tätigkeit!“

Denn noch immer bedeute Arbeit, so Hans-Hermann Hoffmann (TALISA), für den Menschen:

• die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
• die Beteiligung an demokratischen und gesellschaftlichen Abläufen
• die Stärkung des Selbstwertgefühls
• die Erhaltung des sozialen Friedens und
• ein Leben in Würde und Anerkennung
• die Entwicklung des Selbstwertgefühls und der Persönlichkeit

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Gespräche, wie Martina Bodenmüller von der ALI Gießen berichtet, sind vor allem von der Sorge um den Erhalt von Arbeitsplätzen und deren Schaffung bestimmt und von der Notwendigkeit von ausreichend Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Jugendliche, damit diese eine sinnvolle Perspektive erhalten. Besonders betroffen zeigt sich Ingrid Schindler, Geschäftsführerin der TALISA, von der aktuellen Situation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, da sich in den Medien die Berichte über Perspektivlosigkeit und Folgeproblematiken der Arbeitslosigkeit der Jugend häufen.

All dies zu thematisieren ist angesichts der Weltwirtschaftskrise und der Ohnmacht, in der sich ihr die Politik gegenübersieht, aktueller und dringlicher denn je, zumal Armut zunehmend auch durch zu niedrige Entlohnung und prekäre Beschäftigungsverhältnisse entsteht.

Für den Sommer ist als gemeinsames Projekt eine Bilderausstellung zum Thema „Familien- und Kinderarmut“ vereinbart, zu der Werke von betroffenen Kindern aus Ost und West gezeigt werden.