Vernissage im Rahmen des Jungen Kultursommers Mittelhessen

„Die im Dunkeln sieht man nicht...“

Die WALI feiert in diesem Jahr ihr 30jähriges Bestehen. Für einen kleinen „freien“ Träger im Bereich der sozialen Arbeit sicherlich keine Selbstverständlichkeit. Neben unseren zentralen Tätigkeitsfeldern –

dazu zählt die Begleitung, Beratung und die Lobbyarbeit mit und für erwerbslose Menschen -, haben uns in den vergangenen 30 Jahren immer auch künstlerische und kulturelle Projekte und Arbeiten begleitet. Wir hatten uns immer an Goethe Satz aus „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ orientiert: „Tätig zu sein, ist des Menschen erste Bestimmung“. Daher war für uns immer auch der Begriff der Tätigkeit, den wir für uns Interpretiert haben, wichtig für die Arbeit. Wir hatten jetzt schon im dritten Jahr die Möglichkeit, im Rahmen des Jungen Kultursommers Mittelhessen ein Kulturprojekt zu realisieren. Auch in diesem Jahr lag die künstlerische Leitung wieder bei Peter Atzbach. Jede der drei Präsentationen hatte bisher ihre eigene „Farbe“: wir nutzten unterschiedlichste Materialien und Formen. So hatten wir zweimal im Bereich der Skulpturengestaltung gearbeitet. Man kann die Arbeiten hinter dem NBZ und im Besuchergarten des Viertels betrachten. In diesem Jahr haben wir uns von einem Text aus der Dreigroschenoper von Brecht inspirieren lassen: 

Denn die einen sind im Dunkeln/

Die anderen sind im Licht/

Und man siehet die im Lichte/

Die im Dunkeln sieht man nicht.

Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Stadtteil Westend erzählen mit der Sprache der Kunst ihre Sicht auf die Welt und präsentieren so ihre Lebenswirklichkeit. Angeleitet wurden die Künstlerinnen und Künstler von Peter Atzbach, der schon einige Projekte mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern der WALI durchgeführt hat. Geplant ist, die Bilder auch noch in einer Ausstellung hier im NBZ Westend, der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein Ziel des Jungen Kultursommers Mittelhessen ist es, besondere Orte zu bespielen. Wir dachten, ein NBZ ist auch kein klassischer Kunstort, und damit passt er auch wieder sehr gut ins Konzept des Kultursommers.