Theater und Diskussion im Labyrinth

Gemeinsam mit der Würdekompassgruppe Mittelhessen tauschten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer der WALI im Rahmen der Labyrinth Wochen über Würde im kulturellen Kontext aus. Die Runde warf den Blick auf Würdeverletzungen im Alltag – oft unbewusst, zum Teil durch herrschende Strukturen und gesellschaftliche Verhältnisse manifestiert.

So konnte selbst der Regen die Teilnehmenden nicht vom intensiven Austausch über das Thema, mit dem augenscheinlich leider jeder etwas anfangen konnte, abhalten. Würde und Scham bildeten dabei ein unglückliches Paar. In WALI-Seminaren beschäftigen sich die Teilnehmenden seit einigen Monaten, angeregt durch den Würdekompass, mit Artikel 1 des Grundgesetzes, der die Menschenwürde als unverletzbar schützen soll.

Durch eigenes Erleben zeige sich jedoch immer wieder, so die Berichte im Labyrinth, wie Menschen zu Objekten gemacht und deshalb in ihrer Entfaltung als Subjekt gehindert und damit auch in ihrer Würde angegriffen würden. Vielfältig waren die Beispiele für dieses Dilemma: vom Flaschensammeln der Rentnerin über Bittsteller-Gefühle auf Ämtern und Behörden oder der Notengebung in Schulen bis hin zur Massentierhaltung.

Wie geschichtsträchtig und gleichzeitig aktuell das Thema ist, unterstrichen die Darstellerinnen der Theatergruppe der WALI durch szenische Darstellungen aus Büchners Woyzeck und dem selbstgeschriebenen Stück "Die Leiter", welches Wettbewerbs- und Leistungsstreben in der Arbeitsgesellschaft karikiert.

Foto: Renée Herrnkind